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Fundraising aus Schülersicht: Wie sehen Jugendliche Fundraising und Hilfsorganisationen?

In Sachen Fundraising und Spenden hat die ältere Generation die Nase vorn. 2020 waren 58,5% aller Spenderinnen und Spender 60 und älter – nur 4% waren unter 30. Aber was bekommen die Spenderinnen und Spender von morgen überhaupt mit, wenn es um Fundraising geht? Nach einem Fundraising-Crashkurs berichtet unser Schülerpraktikant Ruben von den Erfahrungen aus seiner Generation und verrät, wie man sie erreichen könnte.

 

Fundraising für Jugendliche

Als 17-jähriger Schüler habe ich oft den Eindruck, dass viele Menschen in meiner Altersklasse durchaus bereit sind zu spenden, jetzt und in Zukunft, da sie Hilfsorganisationen als extrem wichtig erachten.

Als Beispiel hierfür sehe ich eine Aktion, welche in unserem Klassenverband an Weihnachten 2019 durchgeführt wurde:

Wir haben nämlich beschlossen, statt dem üblichen Wichteln lieber etwas Gutes zu tun. Daher setzten wir uns als Klasse zusammen und schauten im Klassenverband nach Projekten, welche wir für wichtig und sinnvoll erachteten.

Letztendlich entschieden wir uns, gemeinsam eine Ziege an eine hilfsbedürftige Familie in Afrika zu spenden. Alle Mitschülerinnen und Mitschüler gaben fünf Euro dazu. Das Geld wurde gesammelt an die Hilfsorganisation überwiesen. Etwas später bekamen wir sogar eine Meldung, dass die Ziege bei der Familie angekommen sei, wodurch wir erneut das Gefühl bekamen, etwas Gutes getan zu haben.

Trotz unseres Engagements ist es jedoch Tatsache, dass das Wort Fundraising so gut wie niemandem im Alltag ein Begriff ist.

Daher ist es für mich umso interessanter, bei meinem Praktikum zu erfahren, was Fundraising eigentlich bedeutet und warum es so wichtig ist.

Fundraising nur ein unbekannter Begriff?

Das Thema Hilfsorganisationen wird allgemein eher wenig bis gar nicht beleuchtet, zumindest von schulischer Seite aus. Höchstens im Erdkundeunterricht wird es kurz angesprochen.

Dadurch werden Personen meiner Altersgruppe meistens nur privat mit dieser Thematik konfrontiert, sei es durch Werbespots im Fernsehen, Trikotsponsoring beim Fußball oder öffentlich dokumentierte Hilfsaktionen, bei denen vor Ort hilfsbedürftigen Menschen in Kriegsgebieten oder Ähnlichem Besserung geboten wird.

Trotz alledem halte ich es für bemerkenswert, wie hoch das Interesse an Hilfsorganisationen ist, auch wenn Begriffe wie „Fundraising“ den wenigsten etwas zu sagen scheinen.

Ich halte es für wichtig, dass vor allem mehr jüngere Leute auch über solche Begriffe aufgeklärt werden und verstehen, aus welchem Grund und mit welchen Möglichkeiten sie Hilfsorganisationen unterstützen und ihre Projekte ankurbeln können.

Fundraising-Maßnahmen für die junge Zielgruppe

Obwohl eine gemeinsame Spendenaktion in vielen Schulen regelmäßig stattfindet und von den meisten Schülern auch als sehr positiv wahrgenommen wird, stellt sich die Frage, warum Fundraising in der Schule niemandem etwas sagt.

Meiner Auffassung nach wissen die meisten Lehrer selber nicht genau, was Fundraising ist und wie es funktioniert. Sie beschäftigen sich nicht ausreichend mit der Thematik „Hilfsorganisationen“, da viele nur das Helfen vor Ort als relevant erachten. Wie genau die Finanzierung dieser Projekte funktioniert, ist für Außenstehende oft eine Black Box. Leider führt das auch dazu, dass wir als Schüler nicht lernen, welchen effektiven Unterschied auch kleine Spendenaktionen für eine Organisation machen können.

Solange sich daran nichts ändert, müssen Hilfsorganisationen wohl auf anderem Wege versuchen, die junge Generation zu erreichen.

Soziale Medien als Schlüssel zum Erfolg

Das wohl wichtigste Werkzeug dafür sind die sozialen Medien, wie Instagram, Facebook und Co. Wenn man es auf diesen Plattformen schafft, einen ansprechenden Eindruck auf Jugendliche zu machen, kann man sich kurz- und langfristig auch bei der U30-Generation Gehör verschaffen.

Hierbei ist es jedoch wichtig, auf welche Art und Weise man versucht, einen guten Eindruck bei den Leuten zu hinterlassen.

Ein Beispiel für eher schlechteres Marketing ist, Leuten bei Instagram unaufgefordert eine Privatnachricht zu senden, um auf sich aufmerksam zu machen. Diese sieht meistens keiner und wenn doch, werden sie oft schon beim ersten Sehen gelöscht oder das Konto wird sogar blockiert. Die Chance, diesen negativen Ersteindruck zu korrigieren, erhält man nicht mehr.

Es gibt viele Möglichkeiten, um in sozialen Medien einen guten Eindruck zu hinterlassen. Zwei besonders wichtige Punkte sind Ehrlichkeit und Wiedererkennungswert. Aufgrund der Vielzahl der bereits existierenden Accounts, Videos und Bilder ist es umso wichtiger einen bleibenden Eindruck beim potenziellen Spender zu hinterlassen.

Dementsprechend muss eine Organisation in Sekundenschnelle meine Aufmerksamkeit erregen und zeigen, was sie besonders macht, um mich auf ihrer Seite zu halten und im Optimalfall langfristig zu binden. Einfach ist diese Aufgabe sicherlich nicht, jedoch ist es sinnvoll sich diese Arbeit zu machen, da Social Media ein stetig wachsendes Medium ist, welches im Optimalfall der Schlüssel für einen besseren Draht zur U30 Generation ist.

Influencer-Marketing als Fundraising-Instrument

Die andere Option ist das Anwerben von Influencern bzw. Personen des öffentlichen Lebens, die als Markenbotschafter für die Organisation werben oder darauf aufmerksam machen.

Influencer & Co haben oft eine ziemlich engagierte Fangemeinschaft. Der jüngere Teil der Fans tummelt sich vor allem in den sozialen Medien. Nicht selten werden Influencer auch als ein mehr oder weniger starkes Idol angesehen, dem Fans begeistert nacheifern. Style, Hobbys, Interessen oder eben auch soziales Engagement von prominenten Personen haben daher einen großen Einfluss.

Wenn man hierbei also „Berühmtheit XY“ die eigene Hilfsorganisation per Instagram bewerben lässt, kann man sich recht schnell in den Köpfen der Leute festsetzen, ein Bewusstsein für Hilfsorganisationen schaffen und dementsprechend letztendlich mehr Unterstützer erreichen.

 

Ruben Färber

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