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Tipps für Katastrophenfundraising

Erdbeben, Hurrikane, Tsunamis: Immer wieder erschüttern Katastrophen die Welt. Vor allem Entwicklungshilfeorganisationen müssen schnell reagieren und können dann mit großem Zulauf rechnen. Wie gelingt das und was ist zu beachten?

 

Grundsätzlich bedeutet Katastrophenfundraising, im Angesicht einer plötzlich eintretenden Krise Spendengelder für die betroffene Region aufzubringen. Hierbei spielen die Medien eine große Rolle, denn durch die hohe mediale Aufmerksamkeit und umfangreiche Berichterstattung vermehrt sich die Zahl der Spenderinnen und Spender in kürzester Zeit um ein Vielfaches.

Das bedeutet allerdings, dass das Zeitfenster für Organisationen, ihr Katastrophenfundraising ans Laufen zu bringen, ziemlich klein ist. Um das Momentum vollständig nutzen zu können, brauchen Fundraiserinnen und Fundraiser starke Nerven, verlässliche Partner und eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit.

Vorbereitung auf die Katastrophenhilfe

Vorbereitung ist alles. Natürlich sind Naturkatastrophen oder Terroranschläge nicht vorherzusehen. Trotzdem können sich Non-Profit-Organisationen für den Ernstfall rüsten, indem sie sich Notfallpläne zurechtlegen. So sind in der Stunde null alle Projektbeteiligten gewappnet und bereit, so viel Hilfe wie möglich mit so wenig Ablenkung wie möglich zu leisten.

Zuständigkeiten festlegen

Es ist wichtig, im Vorfeld konkrete Rollen zuzuweisen. Es sollte zum Beispiel einen Projektleiter, eine Pressesprecherin und einen Beauftragten für Online-Maßnahmen geben. So gibt es jemanden, der stets den Überblick behält, jemanden, der sich mit den Medien auseinandersetzt und jemanden, der parallel zur medialen Berichterstattung auch aus allen organisationsinternen Kanonen feuert.

Die Festlegung von Online-Marketing-Workflows gewährleistet, dass bestehende Kampagnen (z.B. im Rahmen von Google Ad Grants) blitzschnell auf das aktuelle Thema umswitchen können. So profitiert Ihre Organisation am ehesten von der medialen Berichterstattung: Sie können User auf Ihre Website lenken, die sich online zu dem aktuellen Thema informieren wollen.

Diese direkten Zuweisungen von Aufgaben im Vorhinein stellen sicher, dass im Fall der Fälle direkt jeder weiß, um welchen Bereich er oder sie sich zu kümmern hat – das spart wertvolle Zeit.

Dienstleister bereithalten

Auch Dienstleister wie Agenturen und Druckereien können Organisationen schon im Vorfeld rekrutieren und vollständig über potenzielle Abläufe in Notfällen informieren. So kommen Mailings zum akuten Hilfsbedarf innerhalb weniger Tage bei den Empfängerinnen und Empfängern an, weil man sich den organisatorischen Aufwand in der Krisenzeit spart.

Templates vorbereiten

Landingpages, Mailings und Social-Media-Posts: für all dies kann die Organisation gemeinsam mit ihren Dienstleistern Vorlagen vorbereiten. Das senkt den Aufwand zum Erstellen von Informationsmedien beim Eintreten einer Katastrophe und erlaubt es Fundraiserinnen und Fundraisern, so schnell wie möglich Informationen und Optionen zum Spenden bereitzustellen.

Was im Katastrophenfall zu beachten ist

  1. Sofort mit der Öffentlichkeitsarbeit beginnen. Sobald die Information durchdringt, dass sich eine Katastrophe in einem organisationsspezifischen Projektgebiet ereignet hat, beginnt man damit, sie parallel zu den großen Medien publik zu machen. So können früh Spenden eingehen, die wiederum möglichst schnell in die Krisengebiete weitergeleitet werden.
  2. Bestandsspender mobilisieren. Dies sollte immer eine der ersten Aktionen sein. Regelmäßige Spenderinnen und Spender zeigen eine hohe Spendenbereitschaft und großes Interesse an den Themen der Organisation. Da liegt es nahe, dass sie auch in Krisensituationen gerne zur Hilfe eilen.
  3. Immer alle Informationen bereitstellen. Viele Menschen recherchieren vor ihrer Spende gründlich – in einer Notsituation fehlt dafür die Zeit. Deswegen sollte eine Organisation ihre Spenderinnen und Spender vor, während und nach der Spende rundum über die Situation und das Vorgehen informieren.
  4. Keine schockierenden Bilder nutzen und keine kommerziellen Zwecke verfolgen. Das gilt im Fundraising grundsätzlich immer – und im Fall von Katastrophen erst recht.
  5. Transparent und erreichbar sein. Katastrophen sind leider ein Nährboden für Betrüger, die meistens schwer als solche zu erkennen sind. Ist eine seriöse Organisation jedoch vollkommen transparent in ihrem Handeln und bietet ausreichende direkte Kontaktmöglichkeiten, kann sie potenziellen Spenderinnen und Spendern diese Sorgen und Zweifel nehmen.
  6. Zügig und individuell bedanken. Gerade bei Spenderinnen und Spendern, die erst durch die Katastrophe auf die Organisation aufmerksam geworden sind, ist die Bindungsarbeit wichtig: Es gilt, sich früh zu bedanken, sie über die Wirkung ihrer Spende im Katastrophengebiet zu informieren und möglicherweise auch direkt auf die anstehenden Pläne und Projekte dort zu verweisen.
  7. Über Erfolge und Projektfortschritt berichten. Nach Spende und Bedankung sollte der Kontakt zwischen Spenderinnen, Spendern und Organisation nicht abbrechen. Vor allem im ersten Monat nach der Katastrophe sollte die Organisation regelmäßig Update-E-Mails verschicken und Landingpages aktuell halten. Sehen Spenderinnen und Spender dadurch, was sie schon erreicht haben, sind sie vielleicht dazu bereit, auch weiterhin zu helfen.

Wie geht es weiter?

Beim Katastrophenfundraising können Organisationen viel Geld in wenig Zeit sammeln, wenn sie sich gut aufstellen – doch damit ist es nicht getan. Von Katastrophen betroffene Regionen brauchen meist Monate, wenn nicht sogar Jahre für den Wiederaufbau. Sobald die Krise aus den Medien verschwunden ist, ebbt die Unterstützung meistens ab. Die Menschen vergessen die Katastrophe.

Deswegen ist es wohl eine der größten Aufgaben von Non-Profit-Organisationen, die Katastrophenfundraising betreiben, im Anschluss an die Katastrophe Impulsspenden zu regelmäßigen Spenden zu machen, damit die Menschen in den betroffenen Regionen mit den Langzeitschäden nicht allein bleiben.

Fazit: Umfangreiche Vorbereitung, klare und transparente Durchführung und das Betreiben anschließender Spenderbindung machen Katastrophenfundraising zu einem sinnvollen Fundraising-Instrument, das im Idealfall auch langfristig helfen kann.

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